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Mittelalter/Definition

 
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Adelinae
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MessagePosté le: Ven 14 Aoû - 15:21 (2009)    Sujet du message: Mittelalter/Definition Répondre en citant

Si vous suivez un cours en médiéval, ces définitions pourraient vous être utiles.
Elles viennent toutes d'une petit livre : Konrad Fuchs, Heribert Raab, Kompaktwissenschaft Geschichte von A-Z, Weltbild




Adel:
Edles Geschlecht, durch Abstammung bevorrechtigter Stand, der sich ursprüngl. auf kriegerische Tüchtigkeit und die Vorstellung von göttl. Herkunft, Geblütsheiligkeit (Geblütsadel), dann auch auf Grundbesitz stützte.
In der fränkische Zeit entstand aus dem Königsdienst, der Königsgefolgschaft (trustis dominica = Antrustionen) ein Dienstadel, zu dem auch Unfreie emporstiegen. Dieser Dienstadel war neben der galloröm. Senatorenaristokratie der Träger der Verwaltung von Staat und Kirche. Er überlagerte den Ur-adel der german. Stämme, sog ihn zum Teil auf, doch trat dieser Ur-Adel am Ende des 9.Jh wieder regeneriert hervor. Den Aufstieg des Dienstadels in fränkische Zeit zeigt am deutlichsten der Aufstieg der Hausmeier zum Königtum. Der Adel war das « genossenschaftl. Element in der Struktur des mittelalter Staates bis zu seinem Zerbrechen im Spät MA ».
Die Reichskirche des MA und der frühen NZ war zu einem guten Teil Adelskirche. Adelige besetzten, von wenigen Ausnahmen abgesehen, die Bischofsstühle bis zum Untergang der Reichskirche, einen guten Teil der Abtssitze und dominierten in den Domkapiteln. Um die Wende vom 9. zum 10Jh übernahm der Adel die Vogtei über die königl. Bischofs- und Klosterkirchen. Die Vogtei ist seit dem 10Jh die eigentl. Form der polit Herrschaft des Adels über die Kirche.




Annalen:
(von lat. Annus, Jahr)
Jahrzeitbücher. In der Geschichtsschreibung des MA versteht man unter Annalen urspr. die kurzen Aufzeichnungen wichtiger Ereignisse in den Ostertafeln. Später erfolgte die Aufzeichnung unabhängig von den Ostertafeln; die Annalen wurden zu einer selbständigen Gattung historische Überlieferung, in der Darstellung knapp, trocken und streng chronologische geordnet mit einfacher Aneindanderreihung der Fakten. Die Annalen stammen meistens von anonymen Verfassern und wurden vielfach durch Generationen von wechselnden Händen fortgeführt, häufig abgeschrieben und dabei in Inhalt und Chronologie nicht selten durcheinandergebracht. Höhepunkte der Annalistik sind:
  • die Karolingerzeit mit dem umfassenden Werk der sogenannten Fränkischen Reichsannalen (Annales regni Francorum)

[*] das 11. und beginnende 12Jh (Quedlinburger und Hildesheimer Annalen, Lampert von Hersfeld)





Antrustionen:
Sie bilden die trustis regia oder dominica. Die Antrustionen sind durch die fränk. Volksrechte mit dreifachem Wergeld ausgezeichnet; ihr Eid ist Waffeneid, geht inhaltlich auf trustem et fidelitatem zurück. Die Antrustionen stehen in einem bes. Schutzverhältnis zum Kg, sind freie Leute, zum Kreis des Gefolgschaftsrechts gehörend und in diesem Sinne als eine Vorform der Vasallität anzusehen. Die Adelsqualität der Antrustionen beruht nicht allein auf dem Dienst und Vertrauen des Königs, sondern auch auf den miteingebrachten Tugenden; Fortsetzung des sog. german. Uradels wahrscheinlich.




Aristokratie:
(griech. Herrschaft der Besten)
Staatsform, in welcher ein bevorzugter Teil des Volkes (Adel) die Staatsgewalt innehat. In der griech. Staatstheorie (Herodot, Platon, Aristoteles) wird die Aristokratie zu den idealen Staatsformen gerechnet (maßvolle, traditionsbewußte Herrschaft, Gefahr des Übergangs zur Oligarchie und Plutokratie). In Rom verkörpert der Senat das aristokratische Moment; die Aristokratie ist in Altertum, Mittelalter und Neuzeit vor allem eine Herrschaftsform der Stadtrepublik (Nobiles, Patriziat). In der Neuzeit wird unter Aristokratie der Adel verstanden, im weiteren Sinne besagt Aristokratie die führende Schicht der Gesellschaft: Beamten-, Geld-, Partei-Aristokratie, eine Elite. Zur inneren Rechtfertigung der Aristokratie muß zur vornehmen Geburt auch die geistige und moralische Qualität hinzutreten.


Burggraf:
Der Burggraf (lat. praefectus, castellanus oder burggravius) ist ein Amt aus dem Lehnswesen des Mittelalters. Der Herrschaftsbereich eines Burggrafen hieß Burggrafschaft (lat. prefectura). Der Begriff Burggraf kann sehr unterschiedliche Aspekte umfassen. Burggrafen konnten entweder dem König, einem Bischof oder einem Landesherren unterstehen, wobei sie administrative, militärische und/oder jurisdiktionelle Aufgaben wahrnahmen. Die Spannbreite reicht von Burggrafen, die tatsächlich nur das militärische Kommando über eine Burg innehatten, bis zu Burggrafen, die ihre Herrschaft über ein größeres Territorium ausdehnen konnten.








Capitulare de villis:
(vollständiger Titel: Capitulare de villis vel curtis imperii)
Zwischen 770/800 entstanden, gibt das Capitulare de villis sehr detaillierte Vorschriften zur Verwaltung der Krongüter und ist, auch mit seinen programmat.-theoret. Hinweisen, die wichtigste Quelle über die Verwaltung des fränkische Reichsgutes.
Eine berühmte Quelle für die Wirtschafts-, speziell die Agrar- und Gartenbaugeschichte, ist die Landgüterverordnung „Capitulare de villis vel curtis imperii“, die Karl der Große als detaillierte Vorschrift über die Verwaltung der Krongüter erließ. Im 70. Kapitel des Capitulare sind 73 Nutzpflanzen einschließlich Heilkräuter und 16 verschiedene Obstbäume beschrieben, die in allen kaiserlichen Gütern von den Verwaltern anzupflanzen waren.




Capitulatio de partibus saxoniae:
Ein fränkische Sondergesetzt für die unterworfenen Sachsen; 782/85 erlassen, aus zwei Teilen bestehend, stellenweise wenig übersichtlich, bedroht es u.a. mit Strafe: Menschenopfer, Opfermahl, das Verbrennen der Toten, Opfer an Quellen, Bäumen, Hainen.




Chambellan:
(lat. Cambellanus, camberlanus, cubicularius)
Im mittelalterliche Frankreich Unterbeamter der Chambrier, mit der eigentl. Verwaltung der Finanzen betraut. Später dem grand-chambellan unterstellt. Unter Ludwig IX gab es vier Chambellan, die die Zimmer des Königs bewachten. Aus den Chambellan wurden Ratgeber, Gesandte usw gewählt.




Chroniken:
Sekundäre Geschichtsquellen. Der Übergang von den Annalen zu den Chroniken ist fließend. Der Unterschied besteht darin, dass die Verfasser ihren Namen nennen, literar. Ehrgeiz durch Widmung, Vorausgeschichte und Aufbau bekunden. Nach Umfang, Wert und Zusammensetzung sind die Chroniken sehr verschieden. Der jeweilige Stand der Geschichtswissenschaft spiegelt sich in ihnen. Chroniken wollen eine zusammenfassende Erzählung in zeitl. Abfolge geben, sind meist un Klöstern und Bischofssitzen entstanden, berücksichtigen vielfach in erster Linie die Geschichte ihres Entstehungsraumes.
Andere Chroniken wollen die gesamte abendländ. Welt umfassen. Weltchroniken kannte bereits das Altertum (Erastosthenes von Kyrene, Diodor, Trogus, Pompejus, Nikolaus von Damaskus). Auf Eusebios von Kaisareia fußen die späteren Chroniken des Ostens und Westens. Die mittelalterlichen Weltchroniken beginnen gewöhnlich mit der Erschaffung des Menschen oder Christi Geburt. Ihr Quellenwert sinkt mit der Entfernung von der Abfassungszeit (bakannte Chroniken: Frechulf von Lisieux 852-53, Ado von Vienne, Regino von Prüm).




Fürst:
(lat. Principes, ahd furesto, der Erste)
Im MA die höchsten Reichsbeamten, Herzöge-, Pfalz-, Burg- und Gaugrafen. Als Fürsten galten auch die Bischöfe und Äbte, sofern die von ihnen verwalteten Gebiete reichsfrei waren. Die weltliche und geistliche Fürsten hatten Sitz und Stimme im Reichstag.




Gesta: (statt res gestae)
Taten; Bezeichnung für Geschehen, Geschichte, Tatenbericht. Beispiele: Res gestae Divi Augusti ; Liber pontificalis (6-7Jh), Gesta episcoporum Mettensium des Paulus Diaconis (784) ; Gesta Chuonradi des Kaplans Wipo ; Gesta Friederici Ottos von Freising. Eine Trennung von chronikal. Geschichtsdarstellung ist nicht immer möglich.




Grafschaft:
In der Merowingerzeit bestand die Aufgabe des Comes hauptsächlich darin, die königl. Macht durchzusetzen, den Frieden zu wahren. Im 8.Jh kam in Nordgallien neben Comes die Bezeichnung « grafio » auf (grafio von Gebot, Befehl), womit urspr. ein lokaler, milit. Befehlshaber bezeichnet wurde, der bald zur gleichen Stellung wie der Comes aufstieg.
In der Karolingerzeit wuchs die Bedeutung des Comes. Heeresaufgebot, Königsschutz, Friedenswahrung, iudex publicus waren seine wichtigsten Aufgaben. Die Grafschaft war terrotorial abgrenzbar gegen die Herrschaftsbereiche des Hochadels, jedoch « logisch Personenverband ». Das Amt des Grafen, das Karl der Grosse sogar an Unfreie vergeben hatte, wurde bald in vornehmen Familien erblich.


Hagiographie:
Bezeichnet für die Geschichtsschreibung über die Heiligen. Entwickelt hat sich die christliche Hagiographie aus den Martyrerberichten (Martyrerakten). Absicht der Hagiographie war es, das Leben und Leiden der Heiligen zu bewahren; später lieferte sie den Stoff für die liturg. Lesungen im Gottesdienst. Da sie in erster Linie erbaul. sein wollte, förderte sie im MA eine unkrit. Legendenbildung.




Hausmeier:
(mittellateinisch. major domus)
Im Frankreich unter den Merowingern der Vorstand der königliche Hofhaltung; gleichzeitig das Haupt des kriegerischen Gefolges (Antrustionen). Das Hausmeieramt entwickelte sich zum obersten Amt der Staatsverwaltung. Während der letzten Jahrzehnte des Merowingerreiches entschieden die Hausmeier auch über die Nachfolge im Königsamt. Nach der Wahl des Hausmeier Pippin im Jahre 751 ließ dieser zu Soissons Childerich III. (reg. 743-51), den letzten Merowingern-König, absetzen und sich selbst zum König wählen. Das Amt des Hausmeier hörte damit auf.


Das Amt des Hausmeiers, Kastellans oder Majordomus (aus lateinisch maior - der Verwalter, Verweser und domus - das Haus), also des Verwalters des Hauses, zählte zu den Ämtern des mittelalterlichen Hofes.
Den Hausmeiern oblag zunächst lediglich die Verwaltung von Haus und Hof. Mit Zunahme ihrer Macht wurden Hausmeier dann Leiter der Regierungsgewalt. Auch konnten sie - ebenso wie die Pfalzgrafen - beim Königsgericht anstelle des Königs als Richter fungieren. Ihr Amt wurde schließlich erblich. Im Laufe des Hoch- und Spätmittelalters übertrug sich die Rechtsstellung des Hausmeiers auf den Hofmeister, der am Fürstenhof eine generelle Vertretungsmacht des Fürsten inne hatte. Neben dem Truchsess, dem Seneschall, dem Marschall und dem Kämmerer war der Hausmeier eines der höchsten Ämter am Hofe des frühen Mittelalters. Die bekanntesten Hausmeier waren die Karolinger Pippin der Ältere und Karl Martell. Durch die im Erbamt des Hausmeiers vereinte Macht war es den Karolingern schließlich möglich, die Herrschaft des Frankenreiches von den Merowingern zu übernehmen.
Der Hausmeier bekam mit seiner Familie - getrennt vom übrigen Personal - von der Küche ein eigenes mehrgängiges Mahl, welches an der „Verwaltertafel“ angerichtet wurde.








Herzog, Herzogtum:
Amtsherzöge gab es im Merowingerreich; sie unterstanden dem König und gingen zurück auf den Dux des spätrom. Reiches, der als Kommandant der Limestruppen wirkte; im Kriegsfall führte er das Aufgebot im Grenzraum. War die Zentralgewalt schwach, gelang es den Grenzherzögen häufig, eine fast unabhängige, erbl. Gewalt zu gewinnen. So führte die Schwäche der merowing. Könige im 8.Jh zum Stammesherzogtum der Thüringer, Bayern, Alemannen, Friesen und Aquitanier.
Die frühen Karolinger beseitigten die Herzogtümer, lediglich an den Reichsgrenzen erhielten sich größere Gebiete unter der führung von Markgrafen; aus diesen entwickelten sich unter Ludwig das Kind (reg. 899-911) in der Art eines halbsouveränen Stammesherzogtums die neuen Stammesherzogtümer (Bayern, Schwaben, Sachsen, Franken).




König, Königtum:
In germanische Zeit waren die Könige nicht eigentlich Herrscher, aber gewählte Volksführer, an die Beschlüsse der Volksversammlung gebunden, in manchen Völkerschaften auch oberste Priester. Die Wahl erfolgte auf Grund der Geblütsheiligkeit; Königsstammbäume wurden auf Götter oder gottähnliche Wesen zurückgeführt. Der Vorstellung von Königsheil kam größte Bedeutung zu. Sakral- und Gefolgschaftskönigtum flossen im Heerkönigtum zusammen, das seine Blutezeit während der Völkerwanderung hatte.
Während das fränkische Großkönigtum der Merowinger, von Chlodwig I. begründet, auf germanische und spätrömanische Grundlage beruhte, stüzte sich das von den Hausmeiern begründete Königtum der Karolinger auf die Kirche (Eigenkirche, Reichskirche). Der Titel der Merowingerkönige war rex francorum; Karl fügte 768 die Demutsformel gratia Dei hinzu. Seit der Unterwerfung der Langobarden führte er den Titel rex Francorum et Langobardorum ac Patricius Romanorum, seit der Kaiserkrönung den Kaisertitel.
Königliche Insignien waren in der Zeit der Merowinger Speer (durch Anheften eines roten Banners wurde er zur Heerfahne), Thron (Hochsitz), Stab und Zepter, unter den Karolingern außerdem Krone (seit Pippin), Schwert und Kreuz.
Der fränkische König war kein absoluter Herrscher, er war erbliche Herrscher nach salischem Recht in der Merowingerzeit, nach ribuarischem Recht in der Karolingerzeit. Seine Macht war begrenzt durch die Verhältnisse zu den Großen des Reiches und zum Volk sowie durch das Recht. Das wichtigste Recht des fränkische König war das Bannrecht, mit dessen Hilfe er die Regierung führte. Der König entschied über Krieg und Frieden, hatte die oberste Gerichtsbarkeit, die Münzhoheit, die Kirchenhoheit, war oberstes Organ der Friedenswahrung.




Markgraf:
(comes confinii, comes marcae, marchio, marchensis)
Der Markgraf hat Befehlsgewalt über ein größeres Grenzgebiet (Markgrafschaft) und über ihm unterstellte Grafen. Die schwankende Bezeichnung comes, dux, marchensis, marchio läßt den Umfang der markgräfl. Gewalt erkennen, die mit der Verflügung über Reichsgut, Kirchenherrschaft usw königsgleiche Herzogtümer schuf. In Thüringen, Sachsen, Ostmark stiegen Markgrafen zu neuer herzogl. Gewalt empor.


Markgraf war der Titel für einen Grafen als königlicher bzw. kaiserlicher Amtsträger, der eine Grenzmark, also ein Gebiet, das direkt an der Reichsgrenze des Fränkischen Reichs bzw. Ostfrankenreichs gelegen und zur Verteidigung dieser Grenze errichtet worden war, zum Lehen hatte. Es ist auch der Titel Grenzgraf (Comes terminalis) üblich.
Das Amt des Markgrafen wurde von Kaiser Karl dem Großen um 800 eingeführt und von seinen Nachfolgern lange Zeit beibehalten. Karls Ziel war es, die Grenzen des in teilweise blutigen und langen Kriegen erweiterten Reiches gegen Angriffe von außen zu sichern.
Zur Erfüllung ihrer risikoreichen Aufgabe erhielten die Markgrafen Grenzgebiete vom König bzw. Kaiser direkt als Lehen. Die Markgrafen hatten gegenüber den gewöhnlichen Grafen besondere Befugnisse. So konnten sie Befestigungen anordnen und erhielten eine größere Zahl an fränkischen Vasallen zur Unterstützung zugewiesen. Wehrhafte Bauern wurden im ganzen Frankenreich zur Ansiedlung in den Marken angeworben, so dass die Markgrafen mancherorts beträchtliche Heere (den Heerbann) selbst aufbieten konnten. Zudem übten sie die Gerichtsbarkeit aus, ohne dass diese ihnen durch den König übertragen wurde (ohne Königsbann).
Die Markgrafen wurden in der frühen Zeit vom Kaiser durch besondere Sendboten (Königsboten) kontrolliert.








Mönch:
Jemand, der aus religiösen Gründen allein oder in einem Kloster lebt. Die Mönche waren zunächst Laien. Gebet, Askese, Handarbeit waren ihre wichtigsten Aufgaben.




Pergament:
(von Pergamon hergeleitet, wo man es zuerst als Ersatz von Papyrus verwendete)
Im Vorderen Orient seit dem 2.Jh v.Ch. bekannt, verbreitete sich die Verwendung von Pergament von Rom und Byzanz aus über das gesamte Abendland. Weil von hervorragender Haltbarkeit, war das aus Esels-, Schweinshäuten und Kalbfellen hergestellte Pergament der einzige Schreibstoff des MA. Eigene Werkstätten für die Pergamentproduktion gab es in den großen Klöstern, so in St. Gallen. Vom SpätMA an wurde das Pergament in zunehmendem Maße durch Papier ersetzt. Von den ersten Buchdruckern wurde Pergament für solche Druckwerke benutzt, die einer starken Beanspruchung ausgesetzt waren.


Pfalz:
Abgeleitet vom lateinischen « palatium », das sich ursprünglich auf einen der römischen Hügel, den Palatin, bezieht, bezeichnet um 800 die Regierungsstätte eines Amtsträgers, vor allem des Königs, der die Pfalz als zeitweilige Residenz nutzt. Pfalzen sind durch ein geräumiges palatium, woraus sich später Palas, Palais und Palast herleiten, einen stattlichen Saalbau oder eine Halle für öffentliche Auftritte, Audienzen und Versammlungen ausgezeichnet, dazu treten Wohngebäude (mit beheizbaren Kemetaten für die Königin und ihre Damen), Stallungen, Werkstätten, Waffenkammern und Riergehege, versorgt von Wirtschaftshöfen und Forsten zur Jagd.


Pfalzgrafen:


Die Pfalzgrafen (lat. palatinus: „der im Palast bzw. bei Hofe“) waren Amtsträger und Vertreter des Königs. Sie standen dem Hofgericht vor und hatten eine leitende Funktion allgemeiner Art inne. Außerdem fungierten sie auch als Verbindungsmann zwischen Bittstellern aus dem Reich und dem König.
In der Merowinger- und Karolingerzeit waren Pfalzgrafen leitende königliche Amtsträger bei Hofe mit vorwiegend administrativen und richterlichen Aufgaben. Mit diesem Amt wurde Pfalzgrafen oft auch die Herrschaft über eine Königs- bzw. Kaiserpfalz mit Gefolge und zugehörigen Gütern verliehen. Diese burgähnlichen Pfalzen bzw. Königshöfe lagen verstreut über das Königreich in unterschiedlichen Herzogtümern.











Quellen:
« Alle Texte, Gegenstände oder Tatsachen, aus denen Kenntnis der Vergangenheit gewonnen werden kann » (P. Kirn). Quellen sind « die Summe aller wissenschaftl. brauchbaren Überlieferung, aus deren method. Auswertung wir geschichtk. Kenntnis schöpfen können. Dieses Material ist nach seinem Umfang unermeßlich, nach seinem Inhalt ganz außerordentlich mannigfaltig und von sehr verschiedenen Wert für die histor. Erkenntnis » (K. Jacob).




Reichsannalen:
(lat. Annales regni Francorum)
Eine seit L. von Ranke (1795-1886) übliche Bezeichnung für die bedeutendsten Aufzeichnungen der fränkische Reichsgeschichte (von 741 bis 829). Die Reichsannalen, die nach der ältesten Handschrift im Kloster Lorsch früher Annales Laurissenses genannt wurden, entstanden wahrscheinlich um 788 am Hofe Karls der Grosse (reg. 768-814).

Einhard, der die Reichsannalen benutzte (daher auch « Einhardsannalen »), schrieb man eine stilist. Überarbeitung zu (nach 814).




Reichstag:
Im alten deutschen Reich (bis 1806) die Ständeversammlung, die sich zunächst nur aus den Fürsten zusammensetzte.




Reliquiar:
Ein Behälter, häufig künstler. gestaltet, für die Aufnahme von Reliquien. Man unterscheidet vor allem zw. Reliquienkästchen, -schrein, -monstranz, Reliquientafel (Staurothek); als Sonderformen gelten Kopf.-Reliquien. und Arm-Reliquien.


Reliquien:
(lat. Reliquiae, Überbleibsel)
Asche oder Gebeine von Leibern der Heiligen oder die durch ihre Berührung geheiligten Gegenstände (Kleider etc). Reliquienverehrung knüpfte insbesondere an die Altäre über Märtyrer-Gräbern (seit dem 4.Jh) an. Hieraus entstand der Brauch, Reliquien ebenfalls in anderen Altären einzuschließen. Die dadurch bedingte Nachfrage nach Reliquien führte zu einem bedeutenden Reliquienhandel und im Zusammenhang damit zu umfangreichen Reliquienfälschungen.




Urkunde:
Rechtskräftige Aufzeichnung, die einen Vorgang bekundet. « Im Sinne der geschichtl. Quellenkunde verstehen wir unter Urkunde für sich allein bestehende Schriftdenkmale, in denen Rechtssachen in bestimmten, nach Person, Zeit, Ort und Inhalt wechselnden Formen verbrieft werden so zwar, daß diese schriftl. Zeugnisse zur Erfüllung rechtl. Aufgaben befähigt sind »(Wilh. Bauer).
Für jede Urkunde kommen in Betracht der Urheber, der Empfänger, der Aussteller, der nicht mit dem Urheber identisch sein muß. Die organisierte Beurkundungsstelle wird Kanzlei, die Ähnlichkeit der Merkmale aller in einem bestimmten Zeitraum aus derselben Kanzlei hervorgegangenen Urkunde Kanzleimäßigkeit genannt.
Der Text der Urkunde heißt Diktat (dictare, konzipieren), dessen Verfasser Diktator, der nicht identisch sein muß mit dem Schreiber. Die Formulierung des Diktats kann nach einer Vorurkunde bzw nach Formularen oder nach Konzepten erfolgen, die wegen der darin enthaltenen Korrekturen, Streichungen und Zusätze oft von großem Wert sein können. Die Ausfertigung einer Urkunde, die auf Anordnung oder mit Genehmigung des Ausstellers dem Empfänger ausgehängidt wurde, heißt Original. Eine Urkunde kann als Original, als Konzept, als Kopie oder als Registereintragung oder in allen diesen Formen überliefert sein. Ob beglaubigte Abschriften unter Umständen als Originale gelten können, vor allem dann, wenn das Original verloren ist, ist umstritten. Gewöhnlich bezeichnet man sie als « sekundäre Stücke ».
Man unterscheidet:
  • öffentliche Urkunden, die von einer souveränen Autorität ausgestellt sind (Papst-, Kaiser- bzw. Königsurkunden, überhaupt Herrscherurkunden)

[*]Privaturkunden, d.h. Urkunde nichtsouveräner Gewalten, z.B. von Klöstern, kleinen Adeligen und Städten.

Nach ihrem Inhalt unterscheidet man Geschäftsurkunde, Carta und Beweisurkunde, Notitia.
Für die Urkundenkritik werden äußere und innere Merkmale unterschieden:
  • äußere: Beschreibstoff, Format, Schrift > Siegel, Faltung oder Verschluß, äußere Erhaltung

[*]innere: Diktat, rechtl. und sachtl. Inhalt der Urkunde



Villicus:
Villicus kommt aus dem Lateinischen und stand bei den alten Römern für Verwalter eines Gutes. Gewöhnlich war es ein leibeigener Sklave oder Freigelassener, der die Aufsicht über die Arbeitssklaven des Gutes hatte. Er musste von Rechtswegen von der ganzen Landwirtschaft eine vollständige praktische Erfahrung haben. Er verwaltete alle Einnahmen und Ausgaben im Namen seines Herren.
Im Mittelalter war es eine Bezeichnung für einen herrschaftlichen Güterverwalter, der die Güter eines Herrenhofs verwaltet. Als Verwalter waren ein villicus und ein subvillicus tätig, die mit ihren Knechten das Ackerland bewirtschafteten, die Abgaben der unterstellten Höfe einzogen und den ganzen Ertrag an den Herren weitergaben. Sie waren meist Beauftragte der Herrschaften und konnten jederzeit des Amtes enthoben werden. Für die Dienste erhielten sie einen Teil der eingezogenen Abgaben.







Vita: Die Lebensbeschreibung




Vogt:
(advocatus, der Herbeigerufene, der Rechtsbeistand)
Der althochdeutsche Begriff Vogt, auch Voigt oder Fauth (franz. bailli, engl. bailiff oder reeve ist abgeleitet vom lateinischen (ad)vocatus, der Hinzu-/Herbeigerufener, siehe „Rechtsbeistand“) bezeichnet allgemein einen herrschaftlichen, meist adligen Beamten des Mittelalters und der frühen Neuzeit, der als Vertreter eines Feudalherrschers in einem bestimmten Gebiet im Namen des Landesherrn regiert und richtet. Er hat den Vorsitz im Landgericht und er muss die Landesverteidigung organisieren. Im Krieg führte er das Lehensaufgebot des Landes.Der Machtbereich eines Vogts und sein Amtssitz (meist eine landesherrliche Burg) werden als Vogtei bezeichnet.
Das durch einen Vogt vertretene Rechtsprinzip leitet sich sowohl von spätrömischen Beamten, den vorgenannten advocati, als auch von der germanischen Munt ab und ist ein Schutzverhältnis, das auch Gewalt- und Vertretungsrecht einschließt.
Speziell seit den Karolingern ist der Vogt ein staatlicher Beamter, der als Stellvertreter von kirchlichen Würdenträgern (z. B. Bischöfe oder Äbte) oder Institutionen diese in weltlichen Angelegenheiten, insbesondere bei weltlichen Gerichten vertritt (advocatus ecclesiae). Der Kirche waren seit der Spätantike solche Vertreter vorgeschrieben, da sie keine weltlichen Geschäfte ausüben sollte. Der Vogt stellt daher im Immunitätsbereich z. B. eines Klosters oder Bistums eine Art Schutzherr dar und führt meist auch dessen Heeraufgebot (Schirmvogtei). Außerdem übt er die hohe Gerichtsbarkeit (anstelle des Grafen) aus (Vogteigericht). Bei Eigenklöstern besetzt häufig der Eigenklosterherr selbst das Vogtamt. Die Schirmvogtei wurde bald auf die ganze Kirche übertragen und führte mehrfach zu einem helfenden Eingreifen (wie unter Heinrich III.), andererseits aber zu dem das gesamte Mittelalter durchziehenden Streit um die Vorherrschaft zwischen Staat und Kirche.
Karl der Große lässt ab 802 in den Grafschaften Vögte in klösterlichen und bischöflichen Immunitäten einsetzen. Im 11./12. Jahrhundert entwickelt sich dieses Amt zu einem erblichen Lehen des Hochadels und wird von diesem als eine Form der Macht- und territorialen Expansion genutzt. Mit dem Ende des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation verlieren auch die Vogteien ihre Bedeutung. Im modernen Staat ist der Gedanke der Schirmvogtei im staatsrechtlichen Prinzip der Aufsicht der Kirchen und Religionsgesellschaften aufgegangen.
Die mittelalterlichen Markgenossenschaften ernannten Schutzvögte zu ihren Vertretern.
In den Küstenregionen von Nord- und Ostsee waren Deichvögte für den Zustand der Deiche und Strandvögte für die Bergung von gestrandetem Schiffsgut zuständig.
Heute noch heißt an vielen Orten in der Schweiz der Verantwortliche für den Alpbetrieb "Alpvogt", er stellt das Alppersonal ein, organisiert die Besetzung mit Vieh, alle Arbeiten, rechnet ab etc.
In Großbritannien gibt es noch zwei Gebiete, die offiziell den Status einer Vogtei (engl. Bailiwick, frz. Bailliage) haben, die Kanalinseln Guernsey und Jersey. Ihnen steht allerdings kein Vogt vor, sondern sie sind als Kronbesitz direkt der britischen Krone unterstellt.


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MessagePosté le: Ven 14 Aoû - 15:21 (2009)    Sujet du message: Publicité

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